FFP-Pressemitteilung 9 / 2018

„Inspektion fällig“: Vereinbarkeitscheck im Handwerk

26. Sep 2018

Es ist ein Grundpfeiler für persönliches Glück: berufliche Verpflichtungen und familiäre Anforderungen in Einklang zu bringen. Am 26. September 2018 erarbeiten Führungskräfte aus dem Handwerk gemeinsam mit dem Forschungs-Team von Prof. Dr. Irene Gerlach (EvH RWL), wie die oft widerstreitenden Lebensbereiche miteinander vereint werden können. Bei der Veranstaltung werden auch Ergebnisse aus einer aktuellen Führungskräftebefragung vorgestellt.

Das zugrundeliegende Bundesprojekt „Fit für Führung und Familie“ zeigt: Eine einfache „Glücksformel“ für die Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf gibt es nicht. Zu individuell sind die persönlichen und beruflichen Rahmenbedingungen – auch im Handwerk. Eines gilt jedoch immer: Wenn Führungskräfte den Einklang von beruflicher und privater Sphäre vorleben, ist das ein wichtiges Signal an die Belegschaft. Für die Führungskräfte im Handwerk ist das aufgrund des hohen Arbeitsvolumens oft gar nicht so leicht. Im Rahmen des am Forschungszentrum Familienbewusste Personalpolitik (FFP) durchgeführten Projekts nähern sie sich der Frage, wie sie künftig selbst eine familienbewusste Unternehmenskultur aktiv vorleben können.

Neue Erkenntnisse aus aktueller Befragung

Eine Umfrage unter den Führungskräften, die im Rahmen des Projekts durchgeführt wurde, zeigt auf, wo in den Handwerksbetrieben noch Nachbesserungsbedarf liegt. Das Thema Angehörigenpflege und Beruf wird beispielsweise bislang noch weniger häufig in den Unternehmen zur Sprache gebracht. „Dass immer mehr Mitarbeitende und Führungskräfte inzwischen ältere Angehörige versorgen, ist oftmals noch nicht in der Unternehmensrealität angekommen“, berichtet Sabrina Benighaus, Projektmitarbeiterin aus dem FFP. „Dabei ist gerade die Angehörigenpflege ein wichtiger Ansatzpunkt, wie Betriebe ihre Fach- und Führungskräfte entlasten und dadurch dauerhaft an das Unternehmen binden können.“
Diese und weitere Ergebnisse der Umfrage werden bei der Veranstaltung präsentiert und mit den teilnehmenden Führungskräften diskutiert. „Die Studie liefert nicht nur wichtige Erkenntnisse für die Führungskräfteforschung. Sie ist auch der zentrale Ausgangspunkt für die Entwicklung von Lösungsmöglichkeiten für eine bessere Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf im Handwerk“, so Benighaus.

Zur Veranstaltung

Die Veranstaltung „Alle(s) unter Dach und Fach?“ ermöglicht Führungskräften aus dem Handwerk einen schnellen Check: Wie steht es bei mir mit der Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf? Bei der Veranstaltung aus dem Projekt „Fit für Führung und Familie“ können Teilnehmende einen Blick auf die persönliche Lebenssituation werfen und sich inspirieren lassen: anhand von Vereinbarkeitsmodellen und im Austausch mit anderen. Dabei geht es nicht um trockene Theorie, sondern um lebensnahe Lösungen.

Das Projekt

Das Projekt „Führungskräfte im Handwerk (FüH)“ ist ein mehrdimensionales Unterstützungskonzept zum Erhalt der Arbeitsfähigkeit und Lebensqualität von Führungskräften. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Die Federführung liegt beim Forschungszentrum Familienbewusste Personalpolitik (FFP), For-schungsschwerpunkt an der Evangelischen Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe (EvH RWL). Als Kooperationspartnerin engagiert sich im Projekt zum einen die IKK classic. Als Krankenkasse des Handwerks bringt sie einschlägige Erfahrungen im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung für die Zielgruppe mit. Zum anderen unterstützt die Handwerkskammer (HWK) Münster mit ihrer umfassenden Expertise rund um das Thema Per-sonalentwicklung im Handwerk das Projekt.
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

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