FFP-Pressemitteilung 8 / 2017

Zum Weltkindertag: Mehr Vereinbarkeit für Mehrkindfamilien

20. Sep 2017

Anlässlich des Weltkindertages rückt das FFP die Großfamilien in den Fokus. Und die Frage nach deren Situation in Deutschland. Eine aktuelle Studie des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) zeigt auf, dass Mehrkindfamilien viel Potenzial für den Wohlstand eines Landes bieten – aber dass ihnen auch ein erhöhtes Armutsrisiko droht.

Zauberformel für mehr Kinder?

Mehr Kinder, mehr Glück. So die einfache Botschaft einer aktuellen Studie des IW Köln, die der Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V. (KRFD) beauftragt hatte. Die Untersuchung belegt, dass Eltern, die sich für ein drittes oder viertes Kind entscheiden, vergleichsweise glücklicher und vitaler sind als Eltern mit weniger Kindern.
Ein weiteres Fazit des Gutachtens „Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Mehrkindfamilien in Deutschland“ ist, dass dieses Plus an Nachwuchs natürlich Potenzial mit sich bringt, dass ausgeschöpft werden muss. Allerdings zeigt die Studie auf, dass Mütter und Väter dieser Großfamilien öfter als Eltern mit weniger Kindern in rigiden Rollenmodellen verweilen. Dieser Umstand wiederum kann zu Bildungsarmut in den Familien führen. Das kann gesamtgesellschaftlich Kosten bedeu-ten, wo durch gute Bildung eigentlich Potenziale ausgeschöpft werden könnten.
Das FFP verweist in diesem Kontext auf eine Zauberformel: „Mehr Vereinbarkeit bedeutet bessere Zukunftsperspektiven für alle“.

Kinderreichtum sichern heißt Wohlstand für alle

„Für Eltern von Mehrkindfamilien müssen Politiker und Arbeitgebende noch bessere Rahmenbedingungen schaffen, damit die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gewährleistet ist“, so Henning Heddendorp, der im August die Geschäftsleitung des FFP übernommen hat. „Die besagte Studie belegt, dass die Unterstützung dieser Familien aus ökonomischer Sicht sehr bedeutsam ist, denn diese Familien sichern die Geburtenzahlen und die Fachkräfte von morgen. Sie sind so ein zentraler Teil des Wohlstands aller“, so Heddendorp. Studienleiter Prof. Dr. Axel Plünnecke vom IW: „Nur wenn es gelingt, allen Kindern aus Mehrkindfamilien eine gute Ausbildung zu ermöglichen, können diese ihre volkswirtschaftlichen Potenziale voll entfalten.“

Mehr Vater= Mehr Glück

Eine weitere wichtige „Stellschraube“, die bisher noch zu wenig beachtet ist, ist die Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit in den Familien, so das FFP. Wie die zitierte Studie nachweist, ist bei Drei- und Vierkindfamilien der Anteil von Elternteilen in Teilzeit oder ohne Erwerb überdurchschnittlich hoch. Henning Heddendorp: „Um Wohlstand und Handlungsfähigkeit von kinderreichen Familien sowie die eigenständige soziale Absicherung von Vätern und Müttern zu erreichen und zu erhalten, müssen alte Rollenmuster aufgebrochen werden.“ Wenn Väter und Mütter sich die Erwerbs- und Sorgearbeit teilen, schaffe das finanziellen und emotionalen Rückhalt, so der Mitautor der Studie „Vater sein in Nordrhein-Westfalen“. „Indem Berufspausen der Eltern minimiert, Wiedereinstiegshilfen gegeben und passgenaue Arbeitszeitmodelle angeboten werden, verbessert sich die Situation der Großfamilien nachhaltig“, ist Heddendorp überzeugt.

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