FFP Pressemitteilung 1 / 2005

Forschungszentrum Familienbewusste Personalpolitik feierlich eröffnet

25. Aug 2005

Münster, 25.08.2005: Mit einer Auftaktveranstaltung ist am 23. August 2005 das Forschungszentrum Familienbewusste Personalpolitik (FFP) feierlich eröffnet worden. Die gemeinschaftliche Leitung des neuen Zentrums, bestehend aus Prof. Dr. Alexander Dilger, apl. Prof. Dr. Irene Gerlach und PD Dr. Dr. Helmut Schneider, stellte dabei Mitarbeiter, Forschungsziele und Vorgehen vor. Anschließend bot sich für die Gäste aus Politik und Gesellschaft die Möglichkeit zum Dialog mit den beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.

Das Forschungsteam des FFP ist interdisziplinär zusammengesetzt, besteht aus sechs Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und hat im Mai 2005 seine Arbeit aufgenommen. Gefördert wird die Arbeit des Forschungszentrums durch Mittel der Beruf & Familie gGmbH, eine Initiative der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, die sich seit 1995 im Themengebiet Beruf und Familie engagiert.

Familienbewusste Personalpolitik hat zum Ziel, Beruf und Familie besser in Einklang zu bringen. Auf Arbeitnehmerseite vereinfacht sie das Leben mit Familie und die Entscheidung für Kinder. Doch auch die Arbeitgeber – ob Kleinbetriebe, Mittelstand oder Großunternehmen – können von familienbewusster Personalpolitik profitieren: „Familienbewusste Personalpolitik eröffnet Unternehmen Vorteile im zunehmenden Wettbewerb um qualifiziertes Fachpersonal und lässt positive betriebswirtschaftliche Effekte erwarten“, so Irene Gerlach, Professorin für Politikwissenschaft.

Maßnahmen familienbewusster Personalpolitik sind vielfältig und von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich ausgestaltet. Familienbewusste Personalpolitik ist weder ein besonderer Luxus von Großunternehmen noch zwangsläufig auf einen eigenen Betriebskindergarten beschränkt. Selbst ein kleiner Betrieb mit nur fünf Mitarbeitern kann familienbewusste Personalpolitik betreiben – zum Beispiel durch flexible Arbeitszeiten.

„Die Flexibilisierung der Arbeitszeit ist oft der wichtigste und zugleich ein sehr kostengünstiger Faktor für die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie“, stellt Personalökonom Alexander Dilger fest.

Welche betriebswirtschaftlichen Effekte mit familienbewusster Personalpolitik verbunden sind, ist bislang kaum empirisch untersucht. Diese Forschungslücke möchte das FFP schließen. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht die Evaluation familienbewusster Personalpolitik. Dies beinhaltet neben der Bestandsaufnahme konzeptioneller und empirischer Forschung im Themenfeld Beruf und Familie eine empirische Untersuchung im Rahmen des Audits Beruf &  Familie®. Hierbei werden Daten zur Analyse betriebswirtschaftlicher Effekte familienfreundlicher Maßnahmen im Unternehmen erhoben, die in einer Online-Datenbank gesammelt werden. Diese Online-Datenbank soll Unternehmen unter anderem als Benchmarking-Tool zur Verfügung stehen und ihnen so ihre Entwicklungsmöglichkeiten im Hinblick auf Familienfreundlichkeit aufzeigen. Zum Jahresende plant das FFP darüber hinaus eine wissenschaftliche Fachtagung zum Thema familienbewusste Personalpolitik in Münster.

Familienbewusste Personalpolitik ist ein Thema mit Zukunft. „Mit unserer Forschung leisten wir Pionierarbeit. Unser Ziel ist es nicht zuletzt, auf Basis fundierter wissenschaftlicher Erkenntnisse Überzeugungsarbeit für eine familienbewusste Personalpolitik zu leisten“, fasst Wirtschaftswissenschaftler Helmut Schneider die zentralen Anliegen des FFP zusammen.

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