Familienpolitik auf Landesebene

Auch wenn ein Großteil der Familienpolitik auf Bundesebene geschieht, bleibt den Ländern Raum für Gestaltung eigener Inhalte.

Broschüren der Aktionsplattform Familie@Beruf.NRW
Foto: FFP

Die Bundesländer sind es häufig, die die Familienpolitik des Bundes mit Leben füllen. So galt es beispielsweise für die Länder, auf den seit 1. August 2013 geltenden Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für ein- bis dreijährige Kinder (§ 24 Abs. 2 SGB VIII) mit einem teils erheblichen Ausbau der Kinderbetreuungsinfrastruktur zu reagieren. Als Träger der Versorgungsämter sind sie auch für die Auszahlung der Bundesleistungen Eltern- und Kindergeld zuständig.

Daneben haben die Länder aber auch eigene familienpolitische Gestaltungsmöglichkeiten. In vielen Landesverfassungen sind der Schutz und die Förderung der Familie besonders hervorgehoben. Manche Bundesländer sehen sogar eigene Transferleistungen für Familien vor, wie etwa das Landeserziehungsgeld, das in einigen Bundesländern ergänzend zum Elterngeld gezahlt wird.

Aktionsplattform Familie@Beruf.NRW

Familienpolitik auf Landesebene ist nicht immer in Gesetzesform gegossen, sondern häufig auch informell gestaltet. Ein Beispiel für derartige Tätigkeiten ist die in Nordrhein-Westfalen etablierte Aktionsplattform Familie@Beruf.NRW unter Federführung des Landesministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport (MFKJKS). Sie regt Initiativen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Unternehmen an. Das FFP gehört seit 2010 zur Expertengruppe der Aktionsplattform und unterstützt die beteiligten Unternehmen forschend und beratend.

Zum Weiterlesen

Zahlreiche Publikationen der Aktionsplattform, darunter auch Forschungsberichte des FFP, können Sie auf deren Internetseite kostenlos als PDF zum Download oder gedrucktes Exemplar erhalten.

Das FFP und die Aktionsplattform

In dem 2009 ausgelobten Wettbewerb familie@unternehmen.NRW wurden innovative Ansätze familienbewusster Personalpolitik, Unternehmenskultur und -infrastruktur gesucht. Das FFP untersuchte, welche Erfolgsfaktoren die rund 30 Siegerprojekte auszeichneten und wie sich diese auf andere Unternehmen übertragen lassen. Von 2010 bis 2013 begleitete das FFP außerdem die Promotorengruppe, in der Vertreterinnen und Vertreter engagierter Unternehmen gemeinsame Projekte zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf anstoßen.

Im Auftrag des MFKJKS und im Rahmen der Aktionsplattform führte das FFP unter anderem eine Beschäftigtenbefragung zum Familienbewusstsein nordrhein-westfälischer Unternehmen und eine Studie zur Vaterschaft in NRW durch. Darüber hinaus ist das FFP an der Erarbeitung des Familienberichts NRW beteiligt.

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